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KARNEVAL an der Nordsee.

„Schlickschlitten“ im Watt und eine „Wältmeisterschaft“ dazu.

Nein, ich habe keine Schreibblockade und unter einem Schreibfehler leidet mein Laptop auch nicht. Es ist alles so richtig wie geschrieben.Karneval an der Nordsee. OK, für mich als Rheinländerin bzw Kölnerin etwas gewöhnungsbedürftig. Aber da wir ja bekanntlich in unserer Gegend ziemlich flexibel sind, war das eines der Highlight’s in unserem Sommerurlaub an der schönen Nordsee.

Aber ersteinmal zum Anfang dieser kurzen Story. Schlickschlitten Rennen in Upleward war mir bis vor kurzem noch kein Begriff. Also ab an den Rechner und Googlen. Und siehe da: SchlickschittenRennen gibt es, ja ich fasse es ja kaum, schon seit fast 30 Jahren !!

Ich sage extra fast, weil bis zum Zeitpunkt unseres Urlaubes, war dieses tolle Rennen ja noch nicht gelaufen. Ein Schlickschlitten ist laut Duden:

ein flacher, hölzerner Behälter, den man wie einen Schlitten über den Schlick ziehen oder schieben kann (zum Transportieren von Material bei Arbeiten im Watt)

Also quasi etwas für den (letzten) alten Fischer. Den es laut einem Bericht den ich in einer Fernsehreportage gesehen habe, wohl so nicht mehr gibt. Ob der Fischer noch lebt – keine Ahnung 😉

Praktisch an diesem Rennen war für uns: Das Spektakel findet immer am Trockenstrand in Upleward statt und da fahren wir ja auch seit kurzem zu jeder Gelegenheit in Urlaub, zwecks Camping. Den Campingplatz der sich direkt neben dem Trockenstrand befindet kann ich nur wärmstens empfehlen. Mehr dazu, demnächst in einem anderen Bericht.

Zurück zur Wältmeisterschaft 2013.

So eine Arena und so viel Spaß habe ich selten erlebt. Selbst die Wattwürmer und Krebse wurden extra für diesen Tag umgesiedelt ( Grins… man sollte nicht alles glauben, was man hört !!) und uns nicht Ostfriesen wurde so einiges erklärt warum es an der Nordseeküste so ist wie es ist. Wusstet ihr eigentlich das der Wind an der Küste extra von den Windkraftwerken hergestellt wird ? Oder das man kurze Regenschauer dort nur als Morgentau bezeichnet ?

Also wir haben uns gekringelt vor lachen.

Dieses Jahr hat Petrus allerdings so seine eigene Einstellung dazu gehabt. Vielleicht lag es auch einfach nur daran, das es ihm einfach zu lästig war, mal den Wind und mal die Sonne und die grauen Wolken in Schach zu halten.

Schlickschlitten und Karneval.

Viele Gruppen kamen an diesem Tag in der Gemeinde Krummhörn zusammen um für einen guten Zweck ein tolles Event mit Zuschauerhilfe zu veranstalten. Und zwar für den Elternverein Krebskranke Kinder Ostfriesland e.V. Schon das Vorprogramm war der Hingucker.

De Spassmakers (ein Kulttrio) , die Samba Gruppe aus Emden „ABSURDO “ war genauso vor Ort wie der bekannte XXL- Ostfriese Tamme Hanken. Letzterer war meiner Familie weniger ein Begriff. Liegt wohl eher daran das wir nicht mit 1 PS sonder mit etwas mehr PS unterwegs sind und sich bei dem Gefährt selten was ausrenkt bzw einrenken lässt.

Der Einzug der Gruppen war lustig anzusehen und Gäste aus weiter Ferne waren auch dort. Franzosen, Holländer, Dänen und sogar eine Gruppe aus Tirol. Diese waren extra angereist um bei diesem  Wattspektakel mitzumachen. Also wüsste ich es nicht besser, hätten wir Rheinländer doch besser mal alle unsere Kostüme ausgepackt und ein Karnevalsspektakel a`la Weiberfastnacht auf’m Alter Markt angeschubbst. Die Stimmung war herrlich.

Angefangen hatte es wie gesagt mit den Spassmakers damit die Zuschauer wie auch die tollen Moderatoren richtig „warm“ wurden. Nach guter Laune und Einzug der Gruppen wurde uns gezeigt das man auch im WATT Fußballspielen kann. Es waren kurze Spiele ( 5 Minuten) und Tore sind natürlich auch gefallen, was mich sehr gewundert hat, denn diese Sache muss ziemlich anstrengend sein. Die Füsse der Jungs und Mädels wollten sich gar nicht mehr richtig aus dem Watt lösen.

Nachdem wir alle Fußballfeeling erleben durften wurde es immer verrückter. Ein sogenannter „Aalsprint“ wurde veranstaltet. In Bestzeit eine bestimmt länge laufen, sich einen Aal aus der Reuse schnappen und zack wieder zurück zum Team. Es versteht sich natürlich von selbst, das die Teilnehmer nicht mit richtigen Aalen gelaufen sind.

Dann wurden die Schlickschlitten ausgepackt und was soll ich sagen ? Ich bewundere die Kraft die diese Menschen aufgewendet haben um die Gefährte zu bewegen. Das scheint irgendwie leicht auszusehen. Aber wenn man nach einem Weg den sie zurück gelegt haben sieht, wie der Schweiss den Kopf runterläuft und sich mehr rote Gesichter als weisse in der Wattarena befinden, ist man noch beeindruckter von der Leistung der Teilnehmer.

Wie gesagt Petrus war sich nicht so einig wie er das Wetter gestalten sollte. Aber wir hielten durch, selbst als die dickste Wolke über uns kam und uns nass machte bis auf die Unterhose. Der Stimmung tat das nicht weh. OK, allerdings muss ich sagen: Das war ein bisschen zu viel Wasser von oben und somit bekamen wir die Siegerehrung nicht mehr mit. Aber das tolle Erlebnis bleibt bei uns immer in guter Erinnerung.

Eine Anmerkung haben wir aber schon: Sollten wir im Jahre 2014 wieder das Glück haben, diesem Spektakel beiwohnen zu können, sollten wir mal ein ernstes Wort mit Petrus reden.

Schlickschlitten Rennen und Wattschlamm … eine dreckig lustige Sache und immer eine Reise wert!

 

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